AOK Gesundheitsnavi Logo

Der Patients' Experience Questionnaire (PEQ)

Patientenerfahrungen werden als Qualitätsmerkmal der Versorgung immer wichtiger. Deshalb werden in vielen Krankenhäusern bereits Befragungen von Patienten durchgeführt und die Ergebnisse für das interne Qualitätsmanagement genutzt. Eine Bedarfsanalyse der Bertelsmann Stiftung hat darüber hinaus gezeigt, dass Patientenerfahrungen auch bei der Suche nach einem geeigneten Krankenhaus eine entscheidende Rolle spielen. Da bei der bisherigen Durchführung hausinterner Patientenbefragungen eine Vielzahl unterschiedlicher Instrumente und Methoden zum Einsatz kommen ist eine vergleichbare Darstellung der Ergebnisse jedoch kaum möglich. Vor diesem Hintergrund hat die Stiftung zusammen mit dem Schweizer Verein Outcome einen Kurzfragebogen entwickelt, der eine vergleichende Darstellung von Patientenerfahrungen ermöglicht.

Zum Seitenanfang

Mit Patientenerfahrungen überzeugen

Mit dem PEQ können die aus Patientensicht zentralen Erfahrungen gemessen werden. Der Fragebogen ist generisch – also unabhängig von der Erkrankung der Befragten. Lediglich für Wöchnerinnen kommt mit dem PEQ-Geburt ein indikationsspezifisches Instrument zum Einsatz. Der PEQ erfasst mit nur 15 Fragen die Patientenerfahrungen auf Fachabteilungsebene. Die Entwicklung erfolgte unter wissenschaftlicher Leitung durch Prof. Dr. Holger Pfaff vom Zentrum für Versorgungsforschung der Universität Köln (ZVFK) und PD Dr. David Schwappach vom Institut für Sucht- und Gesundheitsforschung in Zürich (ISGF).

Folgende Inhalte werden mit dem Fragebogen erfasst:
  • Beziehung zum Arzt / Pflegepersonal
  • Information durch Arzt / Pflegepersonal
  • Organisation & Management
  • Service
  • Fachliche Expertise von Arzt bzw. Pflegepersonal
  • Behandlungserfolg
  • Weiterempfehlungsbereitschaft

Zum Seitenanfang

Entwicklungsschritte

Im Vorfeld der Instrumentenentwicklung wurden vom Verein Outcome und der Bertelsmann Stiftung wichtige Voruntersuchungen durchgeführt. Ab März 2007 fand dann die konkrete Umsetzung der PEQ-Entwicklung über ein mehrstufiges Verfahren statt, das mit Experten aus Krankenhäusern und Wissenschaft inhaltlich abgestimmt wurde:
  • Ein quantitativer Vortest, in dem stationär versorgte Krankenhauspatienten in der Schweiz und in Deutschland (N=400) die Wichtigkeit der Merkmale beurteilten. Mit Hilfe dieser Ergebnisse wurde ein erster Satz an Fragen formuliert.
  • In einem zweiten Entwicklungsschritt wurden die Fragen in Interviews auf ihre Formulierung und ihre Verständlichkeit geprüft und schrittweise optimiert. Diese Items wurden anschließend in der Schweiz und in Deutschland an Skalen des Kölner Patientenfragebogens (KPF) auf ihre Validität geprüft.
Die Ergebnisse zeigen für beide Länder hohe bis sehr hohe Übereinstimmungen mit dem Kölner Befragungsinstrument, so dass eine sehr gute Messfähigkeit nachgewiesen werden konnte.

Zum Seitenanfang

Patientenerfahrungen vergleichbar machen

Wer die Zufriedenheit von Patienten vergleichen möchte, muss zuerst für vergleichbare Daten sorgen. Mit dem Patients´ Experience Questionnaire können Erfahrungen von Patienten gemessen, veröffentlicht und in der Weissen Liste vergleichend dargestellt werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Befragung mit einem akkreditierten Befragungsinstitut durchgeführt wurde. Denn nur wenn methodische Standards bei der Befragung mit dem PEQ eingehalten werden, können die Ergebnisse der Krankenhäuser auf Fachabteilungsebene verglichen werden. Dafür garantieren die akkreditierten Befragungsinstitute ebenso wie für die Weitergabe der Ergebnisse an die Datenannahmestelle der Weissen Liste.

Zum Seitenanfang

Verwendung des PEQ

Der PEQ kann einzeln, aber auch zusammen mit anderen Instrumenten eingesetzt werden. Die Befragung findet auf Ebene der Fachabteilung statt. Sie erfolgt poststationär und postalisch. Die Veröffentlichung der anonymisierten Befragungsergebnisse ist an die Beauftragung eines akkreditierten Befragungsinstituts geknüpft. Dabei wird empfohlen, 200 Patienten pro Fachabteilung anzuschreiben. Für die Auswahl der teilnehmenden Patienten wird ein Stichtag festgelegt: Patienten, die volljährig sind und zwischen ein und neun Wochen vor dem Stichtag von den befragenden Abteilungen entlassen wurden, werden erfasst und vom Krankenhaus angeschrieben.

Zum Seitenanfang

Der Patients' Experience Questionnaire

Die Bedeutung von Patientenerfahrungen als Qualitätsmerkmal in der Gesundheitsversorgung wächst stetig. Ärzte und Kliniken befragen ihre Patienten, um Verbesserungspotenziale aufzudecken, Patienten erhoffen sich wichtige Hinweise für die Auswahl eines geeigneten Gesundheitsanbieters. Gemeinsam mit dem Schweizer Verein Outcome hat die Bertelsmann Stiftung deshalb den "Patients' Experience Questionnaire" entwickelt. Die Publikation beschreibt die Entstehung und Verwendung des PEQ und liefert Informationen zum Umgang mit Patientenerfahrungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Der Patients' Experience Questionnaire: Patientenerfahrungen vergleichbar machen.
Christoph Gehrlach, Thomas Altenhöner, David Schwappach

1. Auflage 2009, 228 Seiten, Broschur
25,00 EUR, zzgl. Versandkosten
ISBN 978-3-86793-021-5

»Der Patients' Experience Questionnaire« bestellen